New Technological Art Award 2012, ein internationaler Kunstwettbewerb der Stiftung Liedts-Meesen
Die Stiftung Liedts-Meesen Foundation verkündet die Gewinner
Anlässlich des vierten biennale für zeitgenössische technologische Kunst im Zebrastraat, Gent, Belgien, IMAL./ La Cambre, Brüssel, geht der Preis der Jury ‘New Technological Art Award’ der Stiftung Liedts-Meesen in Höhe von 5.000 Euro an dem Werk Nihil Ex Nihilo von Felix Sanchez Luque. Der Preis des Publikums geht ex aequo an Static von Wim Janssen und Euthanasia Coaster von Julijonas Urbonas. Diese Künstler wurden aus 337 Einsendungen aus 40 verschiedenen Ländern weltweit ausgewählt, von einer internationalen Jury, bestehend aus Jean-Marie Dallet (Professor und Kommissar von Update I), Alain Liedts (Vorsitzender der Stiftung Liedts-Meesen), Dirk De Wit (Leiter des BAM, Flämisches Institut für visuelle, audiovisuelle und Medienkunst), Stef Van Bellingen (Berater für Zebrastraat-künstlerischer Leiter des Vereins Warp), Nick Ervinck (Künstler-Gewinner des Publikumspreises Update_2), Julien Maire (Künstler-Gewinner des Presies der Jury Update_2), Yves Bernard (Gründer der Kunstenorganisation iMAL) und Pierre-Yves Desaive (Professor an La Cambre, Kunstkritiker Flash Art, L'Art Même, Kunsthistoriker beim KMSKB-MRBAB).
Update_4: Preis der Jury
Nihil ex nihilo von Felix Luque (SP) ist der Gewinner des Preises der Jury für NTAA 2012. Mit diesem Werk setzt Felix Luque seiner Erkundung rund maschineller Intelligenz und typischen Science-Fiction Themen, dass er mit seiner früheren Installation Chapter 1 - The Discovery angefangen hat, weiter. Er entwickelt eine originelle formale Ausdruck, hybrid zwischen Installation und Erzählung, wo der Besucher eingeladen wird, durch eine Abfolge von Räumen zu laufen. Das Werk spielt mit vielen Ausdrucksmöglichkeiten von audiovisuellen, skulpturalen, aritmetischen und narrativen Formen. Es ist ein komplexe, aber relevante Integration von Techniken (3D-Animation, Text-to-Speech, AI, Elektronik, Netzwerk-Prozesse, digital manufacturing, ...), und führt zu Fragen über das Wesen der Intelligenz und das Schicksal der intelligenten Wesen.
Update_4: ex aequo Preisen des Publikums
Julijonas Urbonas: Euthanasia Coaster
Der litauische Künstler Julijonas Urbonas könnte vermuten, dass es einige Reaktionen auf seinen Entwurf geschaffen würde, aber nicht in diesem spektakulären Ausmaß. Zu Spitzenzeiten hatte seine Website über 20.000 Besucher pro Tag, und das für einen Scale-Modell einer Achterbahn. Euthanasia Coaster ist ein (minutiös berechnete, tatsächliche und machbare) Gestaltung einer Achterbahn, womit Menschen mit "Eleganz und Euphorie" ihr Leben beenden könnten. Die aktuellen Probleme der Überbevölkerung, Selbstmord und Sterbehilfe, die unsere Gesellschaft teilen, sind die Grundlage dieses Entwurfs. Der Künstler gibt kein ethisches Urteil für oder gegen, sondern durch die Ästhetik untersuchte er die Möglichkeit unter welchen Bedingungen man durch die g-Kräfte und in einer euphorischen Weise im Jenseits landen könnte. Euthanasia Coaster scheint eine radikale Konsequenz unserer Entertainment-Gesellschaft, die existentielle Reflexion braucht, zu sein.
Wim Janssen: Static
Wim Janssen studierte experimentellen Film und Video an der Sint-Lukas Hochschule in Brüssel. Static ist eine Rauminstallation, in denen die Nutzung von einfachen Mitteln, das Phänomen von Rauschen oder von einem schneebedeckten Bild auf einem Fernseher visualisiert wird. Wir kennen dieses Phänomen, wenn durch den Abstand, eine Schwächung oder sogar einen Verlust des Signals auftritt. Mit winzigen Plexiglas-Platten, und durch eine genaue Platzierung im Raum, Bewegung, Rotation, Licht und Polarisation, erstellt Janssen diese bemerkenswerte Artefakt der Technik. Nicht nur das ikonische Bild selbst, sondern auch die manuelle Arbeit um es zu erreichen, haben die Besucher sehr beeindruckt.
Kolloquium 'Immortal'
Nach der Ausstellung Update_4 in Gent Zebrastraat, in der Kunstschule La Cambre und IMAL in Brüssel, fand ein Kolloquium zum Thema "unsterblich" in der Kunst statt. Museumdirektoren, Restauratoren, Philosophen, Künstlern und Wissenschaftlern reflektierten auf dem physischen und symbolischen Überleben von Kunstwerken und insbesondere computer-related oder technologische Kunst. Es ist klar, dass die traditionellen Paradigmen zu Schutz und Erhaltung unter Druck stehen. Das wirft neue Fragen über das, was kann und sollte gehalten werden. Durch die Realisierung von "Partituren", die als Leitfaden dienen, wird es möglich ein Kunstwerk zu reproduzieren, damit das Konzept der Authentizität eine neue Interpretation bekommt. Die Ergebnisse dieser dreitägigen Symposiums werden in einer Online-Publikation mit Text und Video-Aufnahmen, die bald frei verfügbar ist, verarbeitet.